Über Fritz Reuter

Der am 7. November 1810 in Stavenhagen geborene und am 12. Juli 1874 in Eisenach verstorbene Fritz Reuter gilt bis heute als einer der bedeutendsten Schriftsteller der sich der niederdeutschen Sprache widmete. Bis zu seinem 13. Lebensjahr überwiegend in Hausunterricht erzogen, besuchte Fritz Reuter ab dem 14. Lebensjahr die Gelehrtenschule in Friedland. In den schulischen Leistungen eher unterdurchschnittlich, enttäuschte der Junge seinen Vater sehr, der unter der Disziplinlosigkeit seines Sohnes litt. Reuters Ziel war die Malerei, da interessierten ihn außer dem Turnen das schulische Curriculum wenig. Über die Liebe zum Turnsport kam Fritz Reuter mit dem Gedankengut und den Ideologien der Deutschen Burschenschaften in Berührung. Die Burschenschaften legten den Grundstein für die sein weiteres Leben maßgebliche prägende demokratische Lebenseinstellung. Ungeachtet seines mangelnden schulischen Eifers erhielt er 1831 das Reifezeugnis des Gymnasiums in Parchim.

Während seines Studiums der Rechtswissenschaften schloss sich Reuter der Burschenschaft Corps Vandalia an, die ihn aufgrund seines Verhaltens jedoch bald wieder aus der Gemeinschaft ausschloss. In der Folgezeit trat er der Allgemeinden Burschenschaft bei und trat dort dem radikalen Flügel bei, was ihm seine erste Verhaftung einbrachte. In Folge seiner Mitgliedschaft in der Burschenschaft wurde Reuter 1833 festgenommen und verbrachte sieben Jahre in Haft. Das Studium litt unter diesen Umständen und so zog es ihn, als er keine Möglichkeit zur Fortsetzung seiner Studien hatte, nach Demzin wo er bei einem Gutspächter eine Stellung erhielt. Nun begann seine schriftstellerische Aktivität, die zunächst in hochdeutscher Sprache begann, zu einem späteren Zeitpunkt jedoch im Niederdeutschen mehr Erfolg hatte. Mit seinem „Läuschen un Rimels“ feierte Fritz Reuter seinen ersten Erfolg, dem viele weitere folgen sollten.

Reuter gilt als Gründer einer neuartigen Kunstform des Niederdeutschen, die ihm Erfolg weit über die niederdeutschen Sprachregionen hinaus einbrachten. Reuter verarbeitet in seinen Werken soziale und gesellschaftliche Gegebenheiten indem er dem Volk als Sprachrohr diente und Zustände und Gegebenheiten in oft satirischer Weise an den Pranger stellte. Die Niederdeutsche Sprache gab ihm Stilmittel an die Hand, Obrigkeiten und die aristokratisch geprägte Gesellschaft aufs Korn zu nehmen ohne von der Zensur daran gehindert zu werden.

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