Fritz-Reuter-Literaturmuseum
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Reuter 200!

Wenn man unser Volk kennenlernen will, muss man „erst unsere Sprache kennenlernen, um die es sich wohl einer kleinen Anstrengung verlohnt“, bemerkte Fritz Reuter, als er hochdeutsche Übertragungen seiner Werke ablehnte. Er konnte es sich leisten, zu seiner Zeit. Um seine Bücher zu lesen, beschäftigten sich Millionen von Lesern mit der niederdeutschen Sprache, ob in Berlin, München, Zürich oder Wien.

Fritz Reuter war im 19. Jahrhundert der meistgelesene deutsche Autor.

Nach verlagseigenen Angaben erschienen im Hinstorff Verlag, damals in Wismar, zwischen 1859 und 1904 mehr als zweieinhalb Millionen Bände des lediglich 12 umfangreichere und einige kleinere Arbeiten umfassenden Œvres von Fritz Reuter. Die Zahl muss noch um einige Tausend korrigiert werden, weil Hinstorff, wie wir heute wissen, unzählige Extra-Auflagen veranstaltet hatte.

Nach gescheitertem Jurastudium, nach unmenschlicher Festungshaft wegen

burschenschaftlicher Aktionen, nach Entmündigung und Enterbung durch seinen Vater, hatte Reuter, 40jährig, seine schriftstellerische Arbeit begonnen, die mit dem berühmten dreiteiligen Roman „Ut mine Stromtid“ ihren künstlerischen Höhepunkt erreichen sollte.

Die Begeisterung für Reuters Werk und das Interesse an der Person des Dichters wuchsen. Lesekreise und Vereine verbreiteten Reuters Schriften, professionelle Darsteller profilierten sich als Inspektor Bräsig, Möller Voss oder Hanne Nüte. Zu oft beschränkten sie sich dabei, um des Erfolges bei einem unterhaltungssüchtigen Publikum willen, auf die darstellbaren und heiteren Szenen, sehr zum Schaden von Fritz Reuter.

Wer kennt nicht das Wort vom „großen Humoristen“, vom „Heimatdichter“, nicht das maliziöse Lächeln, wenn von der Alkoholkrankheit die Rede ist, oder das plump-vertraulich heimattümelnde „Uns’ Fritzing“?

Der Schriftsteller Fritz Reuter hat uns mit seinen Werken reich beschenkt. Wir werden im Jahr 2010 gute Gelegenheit finden, seine literarische Leistung ausgiebig zu würdigen, und dürfen uns einmal mehr die Freude bereiten, seine Bücher wieder zu lesen.

 

Für die Unterstützung danken wir:
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, Sparkasse Neubrandenburg-Demmin, Jost-Reinhold-Stiftung, Förderverein Reuter-Museen e.V., Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften, Nordkurier, Pfanni GmbH & Co.OHG Stavenhagen, E.ON edis Vertrieb GmbH, OHG NETTO Supermarkt GmbH & Co., Mercedes-Benz Brinkmann Bleimann GmbH.

 

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